Sonntag, 3. Dezember 2017

Stille Zeit....Advent

Pünktlich zum Advent kam der Frost...hauchte im Garten einen Silberschleier über das Grün. Eine kalte Morgensonne grüßt durch kahle Äste und es ist einfach still...draussen wie drinnen.


Vor dieser stillen Zeit, die nun fühlbar anbricht stand irgendwie eine arbeitsame Zeit und Energie für langersehnte Projekte... ENDLICH habe ich unseren braunen Esstisch, der im Alltag Dreh-und Angelpunkt zwischen Morgenkaffee, Büroablage und Abendessen ist, ein weißes Kleid verpasst. Vorher hatte ich viele Stunden bei Mea (der Königin des Patinierens) verbracht, um mir Mut und Inspirationen zu holen - den auf keinen Fall sollte er geschniegelt glatt schneeweiß werden mit Kratzern...


Und so verbrachte ich ziemlich viele Abende mit der Nase ganz nah am Holz und bin schier verzweifelt...nochmal drüber oder lieber nicht? Nee, das war zu viel schwarz-braun (wie verschmierte Möwenkacke...) also nochmal drüber mit weiß und ganz bisserl Abtönfarbe... und wieder warten... Irgendwann siegte dann der Verstand und befahl VOR dem 1. Advent fertig zu werden.


So...fertig...fürs erste. Mein blutiges Anfänger-Auge findet jeden Morgen Stellen, die noch viel toller und "echter" werden könnten. 
Aber jetzt ist erstmal Advent...meine Stille-Zeit. Ich liebe die Advents-Zeit (in der ich ja gern auch mal ins Schweigekloster gehe) Denn trotz Weihnachtsschopping-Trubel, Weihnachtsmärkte, weihnachtlich aufgerüstete Gärten mit Blink-Blink-Rentieren um mich herum, kann ich gerade jetzt viel leichter auf die stillen Momente im Tag schauen und das Schweigen im Alltag genießen...Gehe in mein inneres Kloster, schau auf den Mond und besuche den Wald...

Heute Nacht erwartet uns die längste Vollmond-Nacht. Eine wunderbare Einstimmung in die vorweihnachtliche Zeit - vieles ist im Jahreslauf vollbracht, jetzt geht es ums Ruhen und Reifen nicht ums Noch-Mehr-Werden. 

Und so wünsche ich Euch, einen besinnlichen 1. Advent mit magischen Momenten, in denen der Weihnachtszauber uns berühren darf. 


Ich zünde das erste Lichtlein an und verwerfe alle (Schreibtisch-Aufräum) Pläne - jetzt ist es Zeit, einfach still sein zu dürfen... außen wie innen.


Alle Liebe Eure

 

Samstag, 11. November 2017

Nerven behalten dank Hildegard

Kaum Nachmittag und schon wieder dunkel... meine innere Uhr tickt nicht richtig oder hat noch Umstellungsprobleme und will mich oft schon gegen 19:00 Uhr ins Bett schicken..."Na, ist doch dunkel...da gehörst du in die Federn, bist eh müde!" 

Dabei hat das November-Dunkel doch auch sooo was entspannt Ruhiges und Gemütliches.
Letzte Woche hab ich Hildegard von Bingens "Nervenkekse" gebacken. Die 
duften und schmecken einfach göttlich! ... und nebenbei wirkt die Muskatnuss im Hirn als kleiner "Hallo-Wach-und-Wunderbar"-Zauber, daher darf man nie mehr als 3 Kekse essen, sonst wird man "zu schlau" meint die heilige Hildegard. Na, dann mach ich sie halt ein bisserl größer...  


Ich koche gern und häufig mit Hildegard Kräutern und auch sonst fließen ihre Ansichten zu Heilmitteln in meinen beruflichen und privaten Alltag. Vom November hat sie nicht allzu viel gehalten - er bringe die Schwermut des Winters ...Ich stell es mir auch nicht sonderlich warm und gemütlich in einem mittelalterlichen Kloster um diese Jahreszeit vor. 

Noch hatte ich keine Lust Plätzchen zu backen, aber ich wollte etwas warmes, duftendes und krümliges...ah, meine Hildegard-Kekse. Die helfen nicht nur wunderbar gegen Unkonzentriertheit und "Unbegabtheit" ... es sind wahre Herbst-Heiler ;)


"Nimm Muskatnuss, im gleichen Gewicht Zimt und etwas Nelken und pulverisiere das. Und dann mach mit diesem Pulver, mit Mehl und etwas Wasser Törtchen und iss diese oft, und es dämpft die Bitterkeit des Herzens und des Sinnes, es öffnet dein Herz und macht deinen Geist fröhlich, mindert alle schädlichen Stoffe in dir, verleiht deinem Blut einen guten Saft und es macht dich stark."  Hildegard v. Bingen



Hmmm, schon der rohe Teig ist soo lecker...der zählt ja wohl nicht - schließlich heißt es "Man darf nur drei Kekse und Teig ist Teig und kein Keks" ;))) 
Sie werden auch nicht "kross" gebacken - nein, sie müssen etwas sanft und weich sein, wenn man sie aus dem Ofen holt. Und dann: Finger weg und kalt werden lassen...! Am besten 2-3 Tage ruhen lassen und:  Nur kucken, nicht naschen!!
"Mr.Urban White, woher kommen die Krümel...??"   Öhhh...hmmm...!


Falls Du auch noch ein bisserl Wach, Warm und "gute Säfte" brauchst, hier das Rezept:

Teig: 
                    500g Dinkelfeinmehl Type 1050 geht auch mit Dinkelvollkornmehl

                    2 Teelöffel Weinsteinbackpulver
                    2 Eier
                    200g Rohrohrzucker (mir reichen auch 180g)
                    1/2 Teelöffel Zitronensaft oder Abrieb der Schale (geht auch ohne)
                    250g Butter
                    100g gemahlene Mandeln
                    20-40g Gewürzmischung (45% Muskat, 45% Zimt und 10% Nelke) - bei mir sind                             das je 2 Teelöffel Muskat und Zimt und knapp 1 Teelöffel Nelke - dann zeigt die Waage 30g

Alle Zutaten verkneten und den Knetteig für 1 Stunde in den Kühlschrank stellen. Jetzt entweder mit dem Nudelholz ausrollen und Plätzchen ausstechen oder Kekse "von der Rolle" schneiden. (sieht man auf dem oberen Bild)
Auf einem gefetteten Blech oder Backpapier bei 175 - 200 Grad im vorgeheizten Ofen ca. 10-12 Minuten backen. Die Plätzchen sollten noch etwas locker und feucht sein.

Und nicht vergessen: Pro Tag maximal drei Plätzchen essen, sonst wird man zu klug.
(Muskatnuss ist nicht nur Gewürz sondern hat auch eine psychotrope Wirkung ...die Menge machts ;) Daher gerade bei den Gewürzen und insbesondere bei der Muskatnuss auf Bioware achten...fürs Hirn nur das Beste ;)) Hui, hoffentlich fällt das jetzt nicht unters BtMG (Betäubungsmittelgesetz)...

Für die Finger gab es auch noch was zu tun...ich hatte endlich einige verhungert aussehende Lärchen gefunden und konnte ein paar Zweiglein sammeln...wollte doch auch so schöne Kränze haben wie die Jacqueline von Princessgreeneye Deren Kränze sind einfach traumhaft! Und ich freu mich jetzt an meinen "Strubel-Exemplaren" ;))



Aufs Foto hat es nur einer geschafft...dann war ja schon dunkel. Insgesamt sind es drei Kränze geworden: ein kleiner für eine dicke Kerze und ein "Draussen-Kranz". Freu Freu!!

So meine Lieben, ich zünd jetzt ein paar Kerzen und im Kamin das Feuerchen an und schnapp mir einen Krimi ...;)

Ich wünsche Euch ein Nerven-stärkendes Wochenende und freu mich, dass Ihr da wart auch wenn ich gerade so eine selten-schreibende Bloggerin bin...! 

Liebste Grüße
Eure








Freitag, 3. November 2017

Pilz to go...

Erstaunlich wie schnell der Herbst sein Gesicht und Gemüt ändert...von wonnig warm zu klapper kalt... heute könnte ich echt schwören, dass das Thermometer es nicht in den zweistelligen Bereich geschafft hat ;) dabei hatten das erwachsene Tochterkind und ich vor einer guten Woche einige wunderbare "Mutter-Kind-Kur"-Tage im Wald ;)
Eigentlich wollten wir durch Museen bummeln und uns an kiloweise Kuchen in kleinen Cafes versündigen, um dann eventuell mal ins Kino zu gehen...aber es kam anders...


Sobald morgens die Sonne entschied doch vorbeizuschauen, verwarfen wir alle Pläne à la "Komm wir machen Kultur..." und sprangen mit Körbchen und Messern, Brötchen und Thermoskanne bewaffnet ins Auto. Wir hörten den Ruf des Waldes... und mussten ihm folgen;)
Auf der Jagd nach Pilzen, die gerade in so unfassbarer Menge aus dem Boden schossen, gerieten wir in ein regelrechtes "Sammlers-High" ... Wir konnten unmöglich aufhören:  Hah!!! Da vorn...der aller-allerschönste Pilz  und daneben gleich noch einer...das ist meiner, geh da nicht ran...!




Ab dem ca. 3. Sammler-Tag wollten wir eigentlich nur noch in den Wald, um Deko-Material zu sammeln, für Kränze und soo ...aber nein, das Tochterkind voll im Pilz-Rausch konnte einfach nix stehen lassen und so mussten wir uns einen weiteren Tag in Folge ein Pilzgericht überlegen...


In der Küche stapelten sich bereits alle verfügbaren Bleche und Bretter mit Pilzen zum Trocknen...zum Abendessen gab es: Pilz-Pasta mit feiner Sahnesoße, italienische Knoblauch-Pilze, Pilze als rustikale Pilzpfanne...und Pilze als Brotaufstrich zum Frühstück... ich sehnte mich (fast) danach, endlich mal wieder was anderes zu essen...


Aber solch herrlich Pilze kann man doch nicht stehen lassen..oder? Zum Schluß habe ich sogar Pilze eingefroren für spätere Pilz-Risottos im Winter...

Ab dem 3. Tag habe ich dann (fast) nur noch Zweige für Kränze gesammelt und immer ganz schnell die Augen zugekniffen, wenn ich an Pilzen vorbeikam ;) Boah bitte, es heißt doch eigentlich "Pilze suchen" - davon war in unseren Wäldern nicht die Rede...wir haben eher "geerntet".


Aus den Deko-Zweigen wurde z.B. ein Haar-Kranz für Wald-Elfen ...;) Wahrscheinlich hat sie damit einen Pilzzauber ausgeübt...ich musste sie quasi gewaltsam aus dem Wald zerren: Ich: "Mach die Augen zu...wir fahren jetzt wieder schön zurück in die Stadt und gehen lecker Kuchen essen..."
Tochter-Kind: "Menno, bitttte, nur noch 5 Minuten...!!!"
Das wär doch so praktisch, wenn ich aus den Pilzen hätte Kuchen backen können...


Tja, so hatten wir also Unmengen frische Luft und Bewegung...und Pilze. Es war herrlich meditativ und erholsam...und Kultur können wir ja auch später noch machen...Obwohl, an einem Abend haben wir es ins Konzert der bezaubernden "Lola Marsh" geschafft...unglaublich wieviel Stimme in so einer zarten Person stecken kann...ich war ganz von den Socken! Mein allerliebstes Lieblingslied, falls ihr mal reinhören wollt: "You´re mine"

Jetzt, nach einer Woche ohne Pilzgericht, könnte man mal wieder in den Wald gehen..nur mal schauen ...;) Vielleicht mal ein paar Pilze sauer einlegen...das wäre sicher auch fein!


Ich bin schon gespannt, wie das Wetter am Wochenende wird...;)
Ich wünsche Euch ein entspanntes und gemütliches Wochenende und vielleicht kennt ja eine von Euch ein Back-Rezept in dem Pilze die Hauptrolle spielen...ich befürchte, mich "springen" wieder einige an, wenn ich meinen Fuß zum Sonntagspaziergang in den Wald setze...;)

Liebste Grüße
Eure






Samstag, 21. Oktober 2017

Mystisch, Meeresgrün und... Mondscheinlerchen

..all das ist Hiddensee.
Die Tagestouristen laufen (oft) daran vorbei...hasten vom Hafen an den Strand, zum Fischbrötchen-Dealer, fahren mit dem "Insel-Bus" (Pferde-Fuhrwerk) und flitzen zurück auf die Fähre...Dabei gibt es unzählige wunderschöne, verzauberte Orte, für die man etwas Muße braucht... 



Habt Ihr Lust auf einen poetischen Inselspaziergang...?
Dann mal los: Ordentlich einmummeln, die Sonne scheint aber es weht "ne steife Brise"... Lasst euch verzaubern von uralten weisen Weißdorn-Bäumen, silbrigem Licht...und im Kopf summt der olle Gerhard Hauptmann, der auch ganz verknallt in das verwunschene Eiland war und der nachts seine Gedanken an die Wand kritzelte, wenn ihn arge Schlaflosigkeit plagte... da half wohl auch sein gut bestückter Weinkeller nicht...;)


...so ist sicher auch sein Gedicht "Mondscheinlerche" auf Hiddensee entstanden....schlaflos, nachts...stetes Meeresrauschen vor dem Fenster...

Das Ferienhaus von Gerhard Hauptmann kann und sollte man besuchen - es atmet den Charme der alten Zeit, was besonders spürbar wird, wenn man abends in seinem Wohnzimmer sitzt und ein absolut umwerfendes Jazz-Konzert miterleben darf - Du meine Güte und ich dachte immer, ich mag keinen Jazz!! 
...was mögen da für wilde Partys gefeiert worden sein...früher hieß das wohl "Tanzabend" oder so... ;)


Es gibt einige kleine urige Restaurants, manche versteckt in den Dünen und wenn man dorthin findet, gibt es zur Belohnung den feinsten Fisch auf Sanddorn-Joghurt-Soße und beim Abschied gehört man fast zur Familie ... ;) Der Fisch, den ich mir NUR am Meer erlaube, stammt noch von echten Insel-Fischern und der Vater-Söhne-Restaurantbetrieb der Buhne XI ist einfach irre herzlich und man fühlt sich so wohlig-gemütlich wenn man mit wirrem Haar und roten Ohren hineingeweht wurde....das man manchmal bis "Ladenschluß" hängen bleibt ;)


Auf der Insel tickt die Zeit anders, plötzlich ist es super wichtig, dass der erste und letzte Gang des Tages dem Strand gilt (einfach mal schauen, ob es noch da ist - das Wasser...ja, ist noch da! Und der Strand, die Möwen und die Steine?... Auch noch da!) 


Über Nacht halten die Steine kleine geheime Versammlungen ab...wahrscheinlich gibt es einen Konflikt mit den Herzmuscheln...Ich habe die Stein-Familie genauso gefunden!

Vor unserer Ferienwohnung zauberte der Herbst wunderschöne Farben in den Wein...von rosa, rot bis meeresgrün...diese Herbststimmung im Oktober ist ganz besonders, da hängt die Wärme am seidenen Faden und ich freue mich über jeden Sonnenstrahl.


Lasst uns nochmal an den Strand...die Sonne steht tief - im Viertelstunden-Takt wechseln Lichtstimmungen und Farben. Um die Mittagszeit war das Meer blau und grün...langsam wird es silbergrau... 


Ich wollte eigentlich auch Sanddorn pflücken (und lerne, dass man Sanddorn "melkt") - komme aber irgendwie nicht dazu, weil ich lieber noch eine Stunde den Wellen zuschaue oder das Insel-Theater besuche oder beim Asta-Nielsen-Haus vorbeischaue oder den Segelbooten hinterherträume...es gibt soviel zu tun! 


Gut, dass man überall heißen Sanddornsaft bekommt...Fisch auf Sanddorn-Joghurt..."Sanddorn-Torte mit ganzen Früchten" oder kleine selbstgebastelte Stände vor den Häusern der Hiddenseer Mädels schon fertige Sanddornmarmelade anbieten...da hab ich mich durch alle Variationen geschlemmt ;) Und Marmelade gegen den Winter-Blues mitgenommen.

Über der Tür der alten Kirche in Kloster steht ein wunderbarer Spruch: "Was ich noch sagen wollte - wenn ich dir einen Tip geben darf - ich meine - ich bitte dich um alles in der Welt - und wider besseren Wissen - halte dich nicht schadlos - zieh den Kürzeren - lass dir etwas entgehen." (E. Zeller)



So ist das hier an vielen Ecken...man gerät ins Staunen und Nachdenken und Träumen und fällt am Abend Wind- und Sonnensatt in die Federn. Die Insel hat etwas seeehr Entspanntes...da werde selbst ich irgendwann gaaanz tiefenentspannt.


Auch wenn mir einige Einheimische dringend abraten: Ich würde irgendwann gern mal ein Jahr auf der Insel sein - einfach auch um den Winter zu erleben. "Romantische Spinnerrei..." jaaa, aber trotzdem! 


Ich wünsche Euch ein Wochenende voller Magie und Poesie
Alles Liebe, Eure




Und für alle Feingeister kommt hier noch mal das Hauptmann Gedicht in voller Länge und Schönheit:

Von dem Lager heb` ich sacht
meine müden Glieder;
eine warme Sommernacht
draußen stärkt sie wieder.

Mondschein liegt um Meer und Land
dämmerig gebreitet;
in den weißen Dünensand
Well´auf Welle gleitet.

Unaufhörlich bläst das Meer
eherne Posaunen;
Roggenfelder, segenschwer,
leise wogend raunen

Wiesenfläche, Feld und Hain
zaubereinsam schillern;
badend hoch im Mondenschein
Mondscheinlerchen trillern.

"Lerche sprich, was singst du nur
um die Mittnachtsstunde?
Dämmer liegt auf Meer und Flur
und im Wiesengrunde."

"Will ich meinen Lobgesang
halb zu Ende bringen,
muss ich tag- und nächtelang
singen, singen, singen!"

G.Hauptmann, Hiddensee 29.Juli 1885



Sonntag, 17. September 2017

Wo die wilden Brom und Holllunder-Bären hausen...

Der Herbst hat sich in sein sonniges Kleid geworfen und mich vom gemütlichen Frühstückstisch weggelockt... "Komm in den Wald...komm auf die Wiese..." hat´s gerufen. Und wenn mich Hafer und die inneren Hummeln stechen, dann muss ich so einem Ruf doch folgen.
Meine Nachbarn mähen Rasen, putzen Fenster, rüsten zum Grillen und schieben die Sonnenliegen in Position...man könnte soo schön zu Hause bleiben und es ihnen gleich tun. Nix da! Wenn Wald und B(ä)eeren rufen, dann schnür ich meine Schuh...


Und schau her ...es waren gerade wieder viele Brombeeren nachgereift...und niemand hat´s gesehen:)))
Die wehrhaft stolze Schöne macht es nicht mir nicht gerade leicht...ständig hängen mir die unnachgiebigen Ranken von Frau Brombeer in den Haaren oder halten mich mit spitzen Dornen an beiden Ärmeln fest, so dass ich meine Hände nicht mehr aus dem Busch bekomme...Irgendwie so ähnlich müssen sich die Prinzen in der Dornröschen-Hecke gefühlt haben. Wenn ich nicht ständig in Bewegung bliebe, würde sie sicher um mich rum wachsen...aber da ich besänftigend auf sie einrede, gibt sie mich immer wieder frei ;)


"Eine nasch ich...nach der anderen schau ich...die nächste wandert ins Körbchen..." mit dem Mantra hatte ich bald ein gutes Kilo Bären ähh Beeren im Körbchen und mir stand voller Sammelwut der Sinn nach ein paar mystischen Holler-Beeren für den nahenden Winter.


Weil ich ganz in Gedanken über das Märchen der Frau Holle sinnierte (ihr wisst schon, Pechmarie und Goldmarie, die in den Brunnen springen...) Frau Holle als Göttin Holla, die im Hollerbusch wohnt, pflanzte sich mir unbewusst so sehr der Name Holle ein, dass ich ihn dann auch auf meinem fertigen (Wintermedizin)saft wieder fand ;) Huiii! Hollunder!! Dabei weiß ich natürlich, dass Holunder, mit EINEM "L" geschrieben wird... naja, ein bisschen benebelt die Herstellung von Holundersaft die Sinne schon...ist ja roh noch ein bisserl giftig...und ich liebe die "gute alte Handarbeit" ohne High-Tech-Küchenmaschine.


Also gab es von meiner Ausbeute: Hollundersaft und Brombeer-Marmelade mit nix und wenig Zucker...so schmeckt es pur nach Wiese und Herbstsonne und Herbst.

Nach dem ich so erfolgreich die wilden Beeren erbeutet hatte (ein paar Schrammen und Kratzer auf den Händen zählen nicht) wagte ich noch einen Abstecher in den nahen Wald...(Hab ich euch eigentlich schonmal die Geschichte erzählt, dass ich dort vor einigen Jahren einen Löwen sah...?)
Daher geh ich seitdem lieber auf die "löwenfreie" Seite. Und wie es einschlägige Naturbücher und Waldläufer raten "verbinde ich mich mit dem Wald". (Sonst läuft man nur durchs Grün und sieht nichts...) Ich setz mich also andächtig ins Moos und begrüße den Wald und frage, ob ich ein paar Pilze haben darf...im Kopf hatte ich "...so um die fünf Stück, wär gut"....was soll ich sagen, der Wald schenkte mir 6 Pilze, davon waren mindestens zwei Steinpilze sicher gerade genau in dem Augenblick vor mir aus dem Moos gewachsen...Mini-Baby-Steinpilze!! Die sieht man nur, wenn man quasi schon davor kniet...


Von den Pilzen gibts kein Foto...zum Wald-Meditieren geh ich immer ohne Kamera ...das hätte mich zu sehr vom "Pilze-Finden" abgelenkt ;) Alle Pilze sind am Abend sehr bereichernd in der leckeren Maronie-Champignon-Waldpilz- Pfanne gelandet. Sehr fein! (Mr.Urban White gings leider schon vorher schlecht...das kann also nur besser werden ;)

Hach, so ein wonniger Spätsommer-Herbstsonnentag ist einfach unbezahlbar an Farben, Gerüchen und Geschmack - ich finde solche Tage meist noch schöner als "Hochsommer-Tage" (aber davon hatten wir dies Jahr auch nicht viele...) Und wunderbar, dass ich an Winter-Sonntagen mir lecker Brombeer-Marmelade aufs warme Brötchen kleckse...hmmm!!


Ich hoffe, Ihr hattet ein ebenso feines Wochenende. Einige von Euch haben ja auch Hummeln im Hintern und waren sicher in Feld und Wald oder sonstwo unterwegs ;))

Ich wünsche Euch einen lichten Herbst, voll samtig weicher Sonne und frischer Herbstluft! 


Liebste Grüße
Eure





Freitag, 11. August 2017

Süchtig nach...Meer

Stellt Euch vor Ihr habt Urlaub...und es regnet...Juhu!! Wir hatten eine Radfahr-Woche auf Rügen geplant.
Schnell noch die nächste Gewitterlücke abgepasst, aufs Rad geschwungen - ab zum Bahnhof, schwups rein in den Regio und an der Küste wieder rausgepurzelt...und: Abrakadabra: Der freche Küstenwind hatte alle Regenfronten Richtung Festland gepustet. Aufatmen! Fischbrötchen (für Mr. Urban White) zur Einstimmung und auf der Rügenbrücke im Kopf "On the Road again..." angestimmt ;))


Wir hatten vor, diesmal gegen den Uhrzeigersinn die Insel zu erkunden...vor einigen Jahren waren wir ja schon mal "links rum" auf der Insel unterwegs. Dabei waren uns wieder die kleinen versteckten Dörfer lieber als die mondänen Seebäder... Am ersten Abend fielen wir in einer ländlichen Pension ins Bett...wunderschön umgeben von Koppeln, Wiesen und Ruhe, die so tief ist, dass man als Großstädterin in der ersten Nacht kaum schläft. Und dann machen die Vögel ab 4 Uhr morgens soo einen Krach...boahh!!  Ich wollte gerade in meine erste Tiefschlafphase!!!


Jeden Tag einfach weiterradeln...die Gedanken fliegen davon, die Sorgen sind schon längst abgehängt... im "Hier und Jetzt Sein" ist nicht länger reine Theorie...
Da Ferienzeit war, hatten wir unsere "Schlafplätze" (mal einfach mal chic) vorgebucht...aber dennoch hatten es einen Hauch von "Einfach treiben lassen"... Unser zweiter Unterschlupf war das sehr ehrwürdige und alte Badehaus Gohr in Lauterbach (da stiegen schon russische Prinzessinnen ab ;))

Unsere Räder parkten standesgemäß in der Tiefgarage neben dem Porsche...während wir unsere müden Radler-Waden in der Sauna verwöhnten. Der Blick vom Hotel (Glas Prosecco in der Hand) ging auf einen weiteren Ort der Begierde... mal in sooo einem Stelzenhaus den Jahreswechsel erleben...das wäre doch was!!?   



Am nächsten Morgen verflogen die überkandidelten Übermut-Wünsche und es war einfach nur gut und heilsam ins Grün und Meer einzutauchen...und da uns kaum andere Radler auf dem Rügenrundweg entgegenkamen... hatte man alle Zeit der Welt, sich ausgiebig satt zu sehen. Was für Aussichten: auf den silbrigen Strelasund, auf einsame alte Höfe...die mir ganz dänisch anmuteten, vorbei an üppigen Blumenwiesen, wachhabenden Gänsen, schiefen Fachwerkkaten...herrlich!!! Man konnte sich tagsüber schon in einen herrlichen Rausch kucken...und jeden Tag hat´s morgens schon in den Füßen gekribbelt:  Was der Weg wohl heute bereit hält ? 


Obwohl in allen Teilen Deutschlands die Regentrude Überstunden gemacht hat, hatten wir nur einen Tag fiesen Regen...danach war das Meer neblig-silbern und wunderschön und der Himmel veranstaltet großes Theater...

Da konnten wir nur andächtig im Sand sitzen und staunen...und einige Hippies (die es auch heute scheinbar noch gibt) mit kleinen improvisierten Zelten und Hängematten am Strand veranstalteten für das Himmel-Theater das ein oder andere Rauchopfer...  Was für eine entspannte Insel ;))

Ich hätte gern noch eine weitere Woche drangehängt (zumal das Wetter auf der Insel eindeutig besser war und zu Hause nur das Handwerker-Chaos wartete...) NATÜRLICH brauchen Handwerker mindestens 2 Wochen länger als angekündigt....wie konnte ich das vergessen?? 

Ja, und ein paar begehrenswerte alte "Damen" in Form von Häusern standen auch am Wegesrand...es gäbe noch sooooo viel zu entdecken, wenn man sich fein brav fern von den Touristen-Hot-Spots hält. 

Mein Ostsee-Insel-Radfahr-Fazit (wie bei allen Süchtigen): Ich spür schon Entzugserscheinungen, wenn ich noch da bin...aber der letzte Tag angebrochen ist. Da werde ich innerlich ein bisserl "stachlig" ;))  Da hilft auch kein Eis mehr...auch kein Streuselkuchen...nix!

Hallo liebes Universum: Nur mal so als Inspiration!! (Was muss ich eigentlich tun, um soo ein kleines feines Häuschen zu haben??? )


Mal bloß gut, dass wir nächstes Wochenende wieder am Meer sind!! Hach...Vorfreude ist auch 
...ganz schön ;))

Ich hoffe, Ihr habt auch feine Urlaubszeiten gehabt und das "Neben-der-Zeit-sein" genossen. 


Mal sehen was das "Überraschungs-Ei" Sommer noch so im Angebot hat. Ich wünsche Euch Tage voller Übermut und Genuß, laue Nächte und Sternenhimmel überm Lagerfeuer ;))


Eure









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